Ramadan in Indonesien – Wissenswertes für Reisende und Auswanderer ab 50
Der Ramadan gehört zu den wichtigsten religiösen Zeiten in Indonesien und prägt das öffentliche Leben in vielen Regionen des Landes. Wer im Ruhestand durch Indonesien reist oder sogar mit dem Gedanken spielt, dorthin auszuwandern, sollte die Besonderheiten dieser Zeit kennen. Mit etwas Rücksicht und Verständnis wird der Aufenthalt nicht nur angenehmer, sondern ermöglicht auch authentische Einblicke in die indonesische Kultur.
Ob auf Bali, Java, Sumatra oder Sulawesi – der Ramadan zeigt Indonesien von einer ganz besonderen Seite. Märkte verändern ihre Öffnungszeiten, Familien kommen zusammen und nach Sonnenuntergang erwachen viele Straßen erst richtig zum Leben.
Was ist der Ramadan?
Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und gilt als heiligster Monat des Islam. Während dieser Zeit verzichten gläubige Muslime täglich von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und andere weltliche Genüsse. Das Fasten dient der Besinnung, dem Gebet, der Selbstdisziplin und der Unterstützung Bedürftiger.
Da sich der islamische Kalender nach dem Mond richtet, verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr um etwa zehn bis elf Tage nach vorne. Er dauert 29 oder 30 Tage und endet mit der Sichtung des Neumondes.
Ramadan in Indonesien
Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Besonders auf Java, Sumatra, Lombok und Teilen Sulawesis prägt der Ramadan den Alltag. Behörden arbeiten teilweise mit verkürzten Öffnungszeiten, Restaurants bleiben tagsüber geschlossen oder bieten Speisen zum Mitnehmen an.
Auf Bali verläuft das öffentliche Leben hingegen weitgehend normal, da dort die Mehrheit der Bevölkerung hinduistisch ist.
Der Tagesablauf während des Ramadan
Vor Sonnenaufgang nehmen viele Muslime ihre letzte Mahlzeit ein. Anschließend beginnt das tägliche Fasten bis zum Sonnenuntergang.
Kurz vor dem Fastenbrechen füllen sich Märkte und Straßenstände. Nach Sonnenuntergang kommen Familien zusammen und genießen gemeinsam das Abendessen. Anschließend folgen Gebete und gesellige Treffen.
Das Zuckerfest (Idul Fitri)
Den Abschluss bildet Idul Fitri, das auch als Zuckerfest bekannt ist. Familien besuchen sich gegenseitig, bitten um Vergebung und feiern gemeinsam. Viele Indonesier reisen in ihre Heimatorte, wodurch Straßen, Flughäfen, Bahnen und Fähren besonders stark ausgelastet sind.
Wer in dieser Zeit reist, sollte Unterkünfte und Verkehrsmittel möglichst frühzeitig buchen.
Respekt gegenüber Fastenden
Touristen müssen selbstverständlich nicht fasten. Dennoch wird ein respektvoller Umgang sehr geschätzt.
Darauf sollten Reisende achten
- In öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst nicht offen essen oder trinken.
- Auch in Behörden oder Warteschlangen auf Essen und Trinken verzichten.
- Religiöse Orte mit angemessener Kleidung besuchen.
- Auf laute Feiern oder störendes Verhalten Rücksicht nehmen.
- Eine Einladung zum Fastenbrechen ist oft ein besonderes kulturelles Erlebnis.
Warum sich Reisen während des Ramadan lohnen
Gerade am Abend erleben Besucher Indonesien besonders authentisch. Nachtmärkte, traditionelle Speisen und die herzliche Atmosphäre machen diese Zeit für viele Reisende zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Fazit
Wer Indonesien während des Ramadan besucht oder dauerhaft dort leben möchte, sollte die religiösen Traditionen respektieren. Mit etwas Rücksicht und guter Reiseplanung erleben Reisende eine faszinierende Seite des Landes und lernen die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Indonesier kennen.
